WRITE SAID BOB – Der Blog

Neuigkeiten aus dem Bereich Text, Werbung und Web

18. Oktober 2013
von Bob
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Keyword Density: Schnee von gestern!

Um ein tolles Ranking bei Google zu erreichen braucht man die richtige Keyword Density (Schlüsselwort-Dichte). SEO-Agenturen lobpreisen sie wie der Junkie die Prise Koks. Aber tatsächlich ist Keyword Density schlicht Humbug.

Wieviel darf’s denn sein bei der Keyword Density? Drei Prozent? Sieben Prozent? Oder darf’s doch ein bisserl mehr sein? 15 Prozent sollen auch noch in Ordnung sein, aber man kann ja das ein oder andere Schlüsselwörtchen doch noch raushauen. Machen wir! Gerne! Der Nächste, bitte!

Angeblich ist der ideale Webtext so um die 300 Wörter lang; angeblich steht sich’s Google drauf. Zumindest kann man das auf den Homepages diverser SEO-Agenturen nachlesen.

Lassen Sie mich ein Beispiel bringen: Stellen Sie sich vor, Sie brauchen einen (Web-)Text zum Thema „Vollkaskoversicherung“. Als langjähriger Texter fragt man sofort nach, welche Keyword Density verlangt wird. Im leichtesten Fall (drei Prozent) baut man das Wort „Vollkaskoversicherung“ neun Mal in den 300 Wörter langen Text ein; im schwierigsten Fall (15 Prozent) 45 Mal (zugegeben, sehr unwahrscheinlich).

Hm …Selbst die neun Mal können einen so kurzen Text ziemlich gekünstelt wirken lassen. Ob das noch wirklich Sinn macht? Oder wird das Ganze nicht ein unleserliches Geschreibsel, das zwar vielleicht für den Googlebot (der Suchroboter, der neue und aktualisierte Seiten ermittelt, damit sie dem Google-Index hinzugefügt werden) interessant ist, aber nicht für einen Menschen.

Das neue Zauberwort: WDF*IDF
Das neue Kaninchen, das jetzt SEO-Agenturen aus dem Zylinder zaubern, heißt WDF*IDF. Dahinter verbergen sich zwei Begriffe:

  • WDF = within-document-frequency.
    Wie oft kommt ein bestimmtes Wort in einem Dokument in Relation zu allen anderen Wörtern vor?
    Je öfter es zu finden ist, desto größer ist der WDF-Wert.
  • IDF = inverse-document-frequency
    Wie viele Dokumente und/oder Texte gibt es, in denen ein bestimmtes Schlüsselwort vorkommt? Und: Welche anderen (relevanten) Wörter tauchen im Umfeld dieses Keywords auf?
    Je mehr Dokumente es gibt, umso “schwieriger” wird die Erzeugung von Relevanz.

Suchmaschinen sind keine Menschen
Man darf eines nicht vergessen: Suchmaschinen können nicht sinnergreifend lesen. Sie lesen zwar einen Text, aber „verstehen“ inhaltlich kein Wort. Und genau das ist das Problem: Woher weiß Google dann, dass ein Text wirklich gut = relevant ist?
Vereinfacht ausgedrückt: Indem Google ihn vergleicht – mit anderen Texten. Wenn in hunderten Texten das Wort „Vollkaskoversicherung“ in Verbindung mit „Auto“ auftritt und in einem nicht,. dann wird vermutlich mit diesem „Ausreißer“ irgendetwas nicht stimmen.

WDF*IDF in der Praxis
In der Praxis heißt das, ein bestimmtes Keyword muss mehrere Male in einem Text auftauchen … nicht zu oft, sonst wird es von Google als Spam betrachtet. Doch es genügt nicht, dieses Keyword nur im Text zu verstreuen, sondern man muss auch Relevanz dafür erzeugen, es sozusagen sinnvoll in den Text einbauen. Wichtig ist nicht, wie oft ein Schlüsselwort in einem Text vorkommt, sondern dass es inhaltlich zum Umfeld passt und thematisch stimmige Wörter vorkommen. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Die „Vollkaskoversicherung“ wird man nur sehr schwer in einen Text über Bio-Lebensmitteln sinnvoll einbauen können.
Andererseits: Wenn man ein Keyword und alle per WDF*IDF ermittelten Wortkombinationen verwendet, ist der Text für Google nicht einzigartig genug – und lässt ihn in seinem Ranking auch links liegen.

Content is King
Die WDF*IDF-Formel berechnet nur einen einzigen Ranking-Faktor. Sie kann dem Texter Hilfestellung geben, welche Keywords und welche Wortkombinationen sinnvoll sind, aber letztendlich kommt es darauf an, dass der Text sinnvoll = lesbar ist.
Jetzt könnte ich aber ironisch sagen, das habe ich als professioneller und seriöser Texter schon immer gemacht: Texte zu schreiben, die inhaltlich relevant UND interessant sind.

Fazit: Keyword-Dichte und WDF*IDF liefern nur Richtwerte. Aber Webseiten werden noch wie vor von Menschen gelesen. Und seien Sie ehrlich, ein Text, in dem in jedem dritten Satz „Vollkaskoversicherung“ auftaucht, ist definitiv nicht lesenswert. Content is King – sagt Google, und die müssen’s ja wissen.

11. Oktober 2013
von Bob
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Qualitativer Journalismus schaut anders aus

Die deutsche „Huffington Post“ will schwarze Zahlen schreiben – und Blogger ohne Honorar schreiben lassen.

Seit gestern gibt es eine Deutschland-Ausgabe der „Huffington Post“, eine der größten Onlinezeitungen in den USA. Die “HuffPost” möchte innerhalb von zwei Jahren profitabel sein und innerhalb von fünf Jahren zu den fünf größten Nachrichtenportalen Germaniens zählen. 15 Redakteure sollen dafür arbeiten. Ein paar News bereitstellen. Und auch Beiträge anderer Online-Medien zu einem neuen Text umschreiben. Böse Kritiker nennen das “Texte-Klauen”; sie liegen aber völlig falsch, das heißt “Aggregations-Journalismus”.
Wer sich jetzt wundert und meint, das Team sei nicht besonders groß, wird die Pointe genießen: Webjournalisten und Blogger sollen kostenlos Artikel schreiben.
Kostenlos?
Yupp, richtig gelesen. Kostenlos.

Na bumsti. Also, ich gebe hiermit bekannt: Ich gründe jetzt auch eine Zeitung, und alle, die bei mir gratis arbeiten wollen, sind herzlich willkommen!

Aber Klartext jetzt: Welcher ernst zu nehmende Journalist wird kostenlos Artikel schreiben? Damit ein journalistisches Produkt auch nur ansatzweise seriös (und lesenswert) ist, muss man als Verfasser viel Zeit hineinstecken, für Recherche, fürs Schreiben, etc. Das ist Arbeit, die honoriert werden muss.

Stellen wir die Frage andersrum: Wer kann es sich leisten, ohne Bezahlung zu arbeiten? Ja, wenn das Ganze ein Hobby ist … Aber kann man seriösen Journalismus als Hobby betreiben? Ich glaube, das funktioniert höchstens in Ausnahmefällen. Qualitativer Journalismus schaut jedenfalls anders aus.

Texter-Branche wird immer amateurhafter
So wie auch qualitativ hochwertige Texte. Denn dieses Problem zieht sich ja quer durch die gesamte Texter-Branche. Manche SEO-Agenturen bieten mittlerweile Gratis-Texte an.
Frage: Wer wird denn diese Gratis-Texte schreiben? Für ein Honorar, das bei 1 bis 2 Cent pro Wort liegt? Seriöse, kompetente Texter?

Nein, das wage ich zu bezweifeln. Hier versuchen sich Amateure, Hausfrauen (sorry), Germanistikstudenten (nochmals sorry) und Möchtegern-Schriftsteller (ein drittes Mal sorry) als Schreiberlinge. Und genau so amateurhaft klingen dann die Texte. Denn wieviel Enthusiasmus und Zeit wird man in einen Text stecken, wenn man einen Nasenrammel dafür bezahlt bekommt?

Auf die Dauer jedenfalls wird, so fürchte ich, wird Professionalität auf der Strecke bleiben.

28. September 2013
von Bob
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Gratis-Homepages können teuer werden

Viele Free-Hosting-Provider bieten Gratis-Homepages an. Dennoch sind Unternehmen gut beraten, auf diese auf den ersten Blick verlockende Angebote zu verzichten.

“Homepage gratis Erstellen”, “Homepage erstellen – kostenlos, ohne Anmeldung‎” oder “Kostenlose Homepage” – so oder so ähnlich werben viele Free-Hosting-Provider um Kunden. Auf den ersten Blick scheinen diese Aktionen sehr verlockend zu sein. Gratis ist doch gut; also warum sollte man eines dieser Angebote nicht annehmen?

Es gibt nichts geschenkt
Ganz einfach: Weil in Wirklichkeit niemand etwas zu verschenken hat, schon gar nicht Free-Hosting-Provider und Online-Werbefirmen auf dem hart umkämpften Internet-Markt. Und selbst wenn man im Moment auch nichts dafür zahlen muss … auf Dauer gesehen kann einem diese “Gratis”-Homepages ganz schon teuer kommen.
Denn wovon leben viele dieser Gratis-Homepage-Anbieter? Sicher nicht von einem Lotto-Sechser, sondern von Werbung. Als Werbetreibender ist ein Medium nur dann interesssant, wenn es viele Besucher hat … darum werden ja auch diese Gratis-Homepages angeboten.

Gratis-Homepage: Masse statt Klasse
Die Masse macht es aus – aber sicher nicht die Qualität. Der Nachteil bei vielen dieser Angebote liegt darin, dass diese Homepages eben nicht individuell gestaltet werden, auch wenn viele Free-Hosting-Provider versuchen, wortreich das Gegenteil zu erklären. Meistens kann man aus einem Pool von möglichen Homepage-Varianten, die oft ein wenig handgestrickt wirken, auswählen und mit Logo und eigenen Texten ergänzen. Eventuell darf man noch die Farben ändern.
Aber wirklich individuell ist das nicht – vor allem in der Programmierung. Da diese Seite alle Eventualitäten abdecken müssen (z.B. ob der Homepage-Betreiber ein Layout mit einer Spalte, zwei oder drei Spalte verwenden möchte) verbirgt sich im Hintergrund oft ein programmiertechnisches Wirrwarr. Darunter kannn die Suchmaschinenoptimierung und die Ladezeit leiden.

Oft treten Mängel auf
Hand in Hand können damit auch erhebliche Mängel auftreten – nicht nur im Sicherheitsbereich, sondern auch in der Performance der Homepage. Regelmäßige Abstürze gehören dann zum Tagesprogramm. Ein gutes Beispiel dafür sind Webseiten, die Flash-Elemente verwenden. Diese ermöglichen schöne Animationen … aber was nutzen diese, wenn sich viele Smartphones weigern, sie abzuspielen.

AGBs: Der Teufel steckt oft im Detail
Unverzichtbar ist auch, einen genauen Blick in die AGBs der diversen Gratis-Homepage-Provider zu werfen. Hier können nämlich manchmal ganz schön böse Überraschungen lauern. So kann es sein, dass man zustimmt, seine Fotos und seinen Inhalt in den Besitz des Providers zu übergeben. Und/oder man stimmt zu, dass der Provider jederzeit die Homepage löschen kann – ohne Vorwarnung und ohne trifftigen Grund.
Gleichzeitig gibt es oft auch kein Backup; dieses wird nur gegen Bezahlung angeboten. Entweder man zahlt oder geht das Risiko ein, die sorgsam gehegte und gepflegte Webseite verschwindet unter Umständen auf Nimmerwiedersehen in den Weiten des Cyberspace.

Nebenbei, auch das ist eine schon gesehene Variante: Gratis zur Verfügung gestellt wird nur eine kleine Basis-Variante einer Homepage. Alle Zusatzfunktionen wie Z.B. On-Page-Suchmaschinenoptimierungen gibt es dann nur gegen Bares.

Fazit: Gratis-Homepages höchsten für privaten Bereich
Gratis-Homepages eignen sich höchstens für den privaten Bereich. Als Unternehmen sollte man jedoch auf Nummer Siocher gehen und darauf verzichten. Denn oft bieten Gratis-Homepage-Provider nicht einmal die Möglichkeit an, eine eigene Domain zu betreiben. Das Fehlen einer eigenen Web-Adresse wird von vielen Usern unbewusst mit einem unprofessionellen Image verbunden. Dazu kommt, dass auch Fragen im Bereich Copyright und Sicherheit nicht geklärt sind. Dieses Risiko erachte ich für eine Unternehmens-Homepage zu groß.

23. September 2013
von Bob
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Headline knapp daneben

Knapp daneben ist auch vorbei! Wieso ich als Werbeverantwortlicher das Plakat für einen Kabelbetreiber so nicht veröffentlicht hätte.

Normalerweise halte ich mich bei Kritik an Kollegen dezent zurück. Jeder Kreative versteckt in seinem Portfolio die eine oder andere Kampagne, mit der er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Das geht mir nicht anders. Ich mag jetzt auch nicht mit erhobenen Zeigefinger dastehen und auf Oberlehrer machen.

Das Plakat für einen Kabelbetreiber ist aufgrund der missverständlichen Headline misslungen. (c) privat

Was übrig bleibt, ist ein Kabelbetreiber, der eine langsame Interverbindung anbietet. Deshalb sollte man bei Headlines, die gegenteiligen Bilderwelten erzeugen, sehr vorsichtig sein.

Dennoch bin ich der Meinung, man hätte bei der Headline für dieses Plakat ein wenig länger überlegen sollen. Denn der Text hinterlässt einfach schlechte Stimmung für den Absender.

Das liegt daran, dass unser Gehirn in Bildern denkt. Und wir ihm nicht befehlen können, an etwas nicht zu denken. Dazu können wir ganz leicht einen Versuch starten:

Denken Sie jetzt nicht an einen weißen Elefanten!

Sie sehen, es ist unmöglich; das weiße Rüsseltier spukt jetzt in Ihrem Kopf herum.

Gegenteilige Bilderwelten sind verwirrend
Dieser Mechanismus ist seit jeher in unser Gehirn einprogrammiert. Wir tun uns schwer, gegenteilige Wort- und Bildwelten in unserem Gehirn zu einer Einheit zu verschmelzen. Unser Gehirn braucht Zeit, das zu verarbeiten.

Die renommierte amerikanische Zeitschrift „Psychology today“ kam in einer Untersuchung sogar zum Ergebnis, positive Formulierungen werden rund doppelt so schnell verstanden wie negative.

Dazu kommt: Meistens speichert unser Gehirn im Unterbewusstsein erst das Falsche ab. In unserem Fall: Der Kabelbetreiber XY? “Nie wieda!” Weil: “Bis des Intaned lod, bin ich glodn!”
Dabei wollte der Plakat-Absender eigentlich genau das Gegenteil vermittelen. Sehr schade.

Nicht missverstehen: Natürlich versteht der Konsument das Plakat. Wenn er sich Zeit nimmt und darüber nachdenkt. Und zusätzlich die Hürde überwindet, die im Dialekt geschriebene Headline in die gewohnte Schreibform zu übersetzen. Und dazu die schwer zu lesenden weil langen Wörter in den kleingeschriebenen Zusatzbotschaften …

Meiden Sie komplizierte Konstrukte
Die Lösung besteht darin, komplizierte Konstrukte einfach zu vermeiden. Sagen Sie direkt, was Sie meinen. Denken Sie nicht nicht an einen weißen Elefenten; denken Sie an einen blauen Hasen. Geben Sie Ihren (Werbe-)Botschaften keine Gelegenheit, den Menschen etwas anderes zu suggerieren als das, was sie sagen möchten.

17. September 2013
von Bob
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Augmented IKEA

Der neue IKEA-Katalog 2014 arbeitet mit Augmented Reality, um Möbel ins traute Heim zu projezieren.

Klären wir zunächst einmal den Begriff: Augmented Reality, also die “Erweiterte Realität”, bedeutet für uns Werbe-Fuzzys eine weitere Form der Werbung, die vor allem im Printbereich zum Einsatz kommt. Alles, was man dazu braucht, ist ein Handy, eine App und eine Prinzanzeige, die sozusagen Augmented Reality kann. Man scannt die Anzeige mit seinem Handy bzw. mit seiner App, ähnlich wie bei einem QR-Code, und schon passiert irgendetwas, z.B. wird ein Film abgespielt, ein Spiel gestartet oder eine zusätzliche Information geliefert.

Interaktive Kampagnen
Tolle Geschichte … wenn sie sinnvoll eingesetzt wird. Der Vorteil dieser Art von interaktiven Kampagne liegt darin, dass sich die Zielgruppe intensiv mit der Werbung auseinandersetzt. Viel mehr kann man sich als Werber nicht wünschen.

IKEA macht’s vor
Jetzt geht IKEA einen neuen innovativen Weg: Rund 90 Möbelstücke im neuen Katalog 2014 sind auch digital abrufbar. Mit der dazu veröffentliche App kann man diese frei in den Räumen seines trauten Heimes platzieren. Augmented Reality macht’s möglich – virtuell auf dem Bildschim seines Smartphones oder seines Tablets.


Ganz leicht kann so überprüft werden, ob IKEA-Tisch Dörte wirklich ins Kücheneck zur Designer-Vitrine passt. Die App errechnet blitzschnell den richtigen Betrachtungswinkel und das passende Größenverhältnis. In den meisten Fällen funktioniert das Ganze sehr gut; ab und zu gibt’s ein paar Aussetzer, über die man großzügig hinwegsehen sollte. Als zusätzliches Goody kann der potenztielle Käufer beim Objekt seiner Begierde noch die Farbe wechseln, einen Screenshot davon machen oder das gute Stück gleich unkompliziert online bestellen.

Augmented Reality steckt noch ein bisschen in den Kinderschuhen; aber als Werbeform eröffnet es ungeahnte Möglichkeiten, die man immer ein wenig im Hinterköpfen bewahrten sollte.

12. September 2013
von Bob
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Ganz schön responsiv?

Responsives Webdesign und attraktive Gestaltung müssen sich nicht widersprechen.

Responsives Webdesign

Responsives Webdesign bedeutet,
flexibel auf alle Endgeräte zu reagieren.

Schon heute gibt es im Web mehr Zugriffe über mobile Geräte (Smart-Phones, Tablets, etc.) als über klassische Computer. Das ist kein kurzfristiger Trend, sondern definitiv die Zukunft der Online-Kommunikation. Diese Tatsache zu ignorieren bedeutet in letzter Konsequenz, Besucher – und in den meisten Fällen heißt das potenzielle Kunden – zu verlieren.

Mobilität bedeutet Flexibilität
Immer mehr User steigen quasi von unterwegs ins Internet ein und holen sich ihre Infos über Produkte und Dienstleistungen auf ihr Mobilgerät. Darauf muss sich eine Homepage einstellen und geräteübergreifend flexibel reagieren können. Schließlich funktioniert ein klassischer Computer ein wenig anders als ein Handy oder ein Tablet. Um nur die zwei größten Unterschiede zu nennen: Die Bildschirme von Mobilgeräten sind wesentlich kleiner. Und es steht keine Maus zur Verfügung, um zu navigieren; da kommen die Finger zu Einsatz. Dementsprechend sollten nicht nur Buttons, sondern auch Eingabefelder, Texte, Bilder, Slider und Videos mitskalieren.

Problem Datenmenge
Das größte Problem stellt allerdings die Datenmenge dar. Wenn eine Homepage von einem Handy abgerufen wird, bedeutet das, dass alle Daten, HTML- und CSS-Code, Bilder, etc., in vollem Umfang heruntergeladen werden.
Jetzt ist man in den meisten Fällen unterwegs nicht mit einer besonders schnellen Verbindung ausgestattet und zumeist auch mit einer Download-Beschrängung versehen. Das kann dem Handy-Besitzer unter Umständen ganz erhebliche Kosten verursachen.

Fotos, um nur ein Beispiel zu nennen, sind für die großen Bildschirme der Desktop-Comupter optimiert. Bei einem responsiven Webdesign werden sie zwar automatisch auf eine Größe skaliert, die auch auf einen kleinen Handy-Bildschirm passt … aber die Datenmenge ändert sich nicht. Das Handy lädt in Wirklichkeit das große Foto herunter, würde aber tatsächlich nur ein kleineres Foto mit einer geringeren Datenmenge brauchen.

Problem Wartezeit
Dazu kommt, dass User mittlerweile erwarten, eine Homepage muss sich am Mobilgerät zumindest genau so schnell wie auf dem Desktop-Computer aufbauen. Für lange Wartezeiten herrscht null Toleranz; Geduld wurde in der Vergangenheit bereits bei Desktop-Computer klein geschrieben und ist auch bei Mobilgeräten Mangelware.

Verschiedene Lösungsansätze
Logische Konsequenz daraus: Viele Webdesigner entwickeln getrennte Homepages für mobile Endgeräte; sie kreieren also wortwörtlich zwei (oder mehrere) unterschiedliche Websiten. Die “Mobil-Version” ist mit kleineren Fotos und sehr oft mit weniger Inhalt ausgestattet.
Die Frage ist nur: Was vom Inhalt soll man streichen? In den meisten Fällen erzählt man ja auch auf der “Desktop-Version” keine Romane, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche. Hm. Schwierig. Und oft einfach nicht machbar.

Die unterschiedlichen Homepage-Varianten stellen unter Umständen durchaus eine denkbare Möglichkeit dar; sie ist aber sehr kosten- und zeitintensiv in der Betreuung. Denn natürlich müssen Änderungen oder Aktualisierungen auf jeder einzelnen Homepage durchgeführt werden.

Eine andere Folge: Das Design vieler Homepages wird “vereinfacht”; das heißt, Grafiken und Fotos werden auf das Allernotwendigste reduziert. Flexibilität geht auf Kosten einer attraktiven Gestaltung. Und tatsächlich bekommt man bei vielen aktuellen Homepages den Eindruck, sie haben mit dem Spruch “Keep it simpel” ein wenig übertrieben.

Attraktives Design für große und kleine Bildschirme
Die Herausforderung besteht darin, trotz der Einschränkungen, die die mobilen Geräte mit sich bringen, geräteübergreifend ein attraktives und gleichzeitig funktionelles Design zu kreieren. Ein goldener Mittelweg muss gefunden werden.

Responsives Webdesign ist nur ein Teil des Puzzles.
Responsives Webdesign ist als Gestaltungsmittel nicht mehr wegzudenken. Doch es stellt nur ein Teil des Puzzles dar. Vielleicht muss man als Unternehmen in Zukunft weiter denken als nur in “einer” Homepage. Und seine Kommunikationsstrategie auf vielen Kanäle verteilen. Unterschiedliche Inhalte können auch auf unterschiedliche Plattformen vermittelt werden; je nach Informationstiefe können zum Beispiel Corporate-Blogs oder Online-Magazine zum Einsatz kommen. Flexibiltät ist angesagt – im Design, aber auch in der inhaltlichen Gestaltung.

27. August 2013
von Bob
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APNG – das neue GIF

Das als Open Source entwickelte Format APNG soll in Zukunft animierte GIFs ablösen.

Seit mehr als 25 Jahren bringt es Bewegung ins Web: das GIF (Graphics Interchange Format).  Die kleinen animierten Bilder wurden z.B. gerne als Icons (wie E-Mails-Buttons) verwendet. Eine Zeitlang schienen sie verschwunden zu sein, jetzt feiern sie langsam wieder ihr Comeback.

Ihr Vorteil liegt darin, dass GIFs einfach zu designen waren. Der Nachteil: Es gibt keine variable Transparenz, sondern nur einen vordefinierten Farbton, der transparent gezeigt werden konnte. Allerdings durfte/konnte er dann kein zweites Mal vorkommen. Noch dazu bestand die verfügbare Palette aus 256 Farben.

Die Alternative stellte dazu das PNG (Portable Network Graphics) dar. Das Format erlaubte Alpha-Transparenz (also ohne den Verlust einer Farbe) und beinhaltete das volle Farbspektrum. Mozilla unternahm erfolgreich den Versuch, PNGs zu animieren. So richtig konnte sich das Format allerdings im WWW nicht durchsetzen.

Tool “apngasm” soll animierte PNGs erlauben

Jetzt will ein Open-Source-Projekt unter der Leitung der Entwickler Max Stepin und Rei Kagetsuki dazu beitragen, die Weiterentwicklung APNG als Standard zu etablieren. Die beiden Programmierer entwickelten dazu den “APNG Assembler”, auf den wiederum das Tool “apngasm” basiert und das auf Debian, Ubuntu, Mac OS und Windows die einfache Erstellung von animierten PNGs ermöglicht.

Zur weitere Finanzierung der Entwicklung stellten Stepin und Kagetsuki ihr Projekt auf Kickstarter. Bisher wurden schon 5.000 Dollar lukriert, bis September sollen es 12.500 Dollar werden. Das Ziel heißt dann, ein Plugin für Photoshop und seinem Open-Source-Pendant Gimp zu entwickeln.

22. August 2013
von Bob
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Verkehrte Welt

Wikileaks-Informant Bradley Manning wird zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Leben wir nicht in einer verkehrten Welt? Da begehen einige US-Soldaten Kriegsverbrechen. Am 12. Juli 2007 töten sie bei einem Hubschraubereinsatz in Bagdad 13 Iraker und einen Fotografen der Nachrichtenagentur Reuters, dessen Kamera sie angeblich für eine Waffe gehalten hatten. Dieser Angriff wurde auf Video festgehalten und zeigte, dass die Soldaten offensichtlich ihren Spaß dabei hatten.

United States Army photograph of Bradley Manning

United States Army photograph of Bradley Manning

Der damalige Private First Class Bradley Manning arbeitete zu diesem Zeitpunkt bei den Streitkräften als Nachrichtenanalyst. Er sah das Video und war über die “Lust am Töten” der GIs schockiert. In der Folge recherchierte er in den Geheimakten der Streitkräfte und fand Belege für mehr als 300 Fälle von Folter durch amerikanischen Einheiten im Irak. Manning informierte seine Vorgesetzten, doch die wollten das Ganze nur unter den Teppich kehren. Sie unternahmen gar nichts.

In seiner Verzweiflung nutzte Mannings das letzte freie Medium aus, das Internet. Er spielte diese vertraulichen Dokumente der Enthüllungsplattform Wikileaks zu, die auch viele Fälle an die Öffentlichkeit brachten. Am 26. Mai 2010 wurde Mannings verhaftet und in ein Gefängnis auf der Marine Corps Base Quantico in verschärfte Isolationshaft gesteckt. Das Ziel war ganz eindeutig, Mannings psychisch und physisch zu brechen.

Dieser Tage wurde “Whistleblower” Mannings in einem Militärgerichtverfahren wegen Landesverrat zu 35 Jahren Haft verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ursprünglich die Todesstrafe und letztendlich “nur” 60 Jahre Gefängnis gefordert. Wenn Mannings Glück hat, kann er unter Umständen in ungefähr neun Jahren wegen guter Führung entlassen werden.

In den angezeigten 300 Folterfällen wurde meines Wissens nach von der amerikanischen Regierung nichts unternommen. Bestraft wurde bisher als einziger derjenige, der solche Fälle verhindern wollte, indem er sie an die Öffentlichkeit brachte.

“Whistleblower sind die wertvollste Quelle für Informationen über Regierungsfehlverhalten.”
Us-Präsident Barack Obama

Vor seiner Wahl nannte US-Präsident Barack Obama sog. Whistleblower die „wertvollste Quelle für Informationen über Regierungsfehlverhalten”. Er versprach, die Transparenz des Regierungshandelns zu steigern. Mittlerweile übertrifft seine Geheimhaltungspraxis (und auch seine Bespitzelungspraxis) deutlich die der Bush-Regierung.

Leben wir nicht in einer verkehrten Welt?

19. August 2013
von Bob
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Ärger hoch Drei

Keine Partei, sondern Drei steckt hinter der “negativen” Wahlwerbung.

Eine Plakatkombination, die sich zufällig gut getroffen hat.

Eine Plakatkombination, die sich zufällig gut getroffen hat.

Wer hat sich nicht gewundert und/oder den einen oder anderen Schmunzler losgelassen: Da warf Bundeskanzler Faymann – wortwörtlich plakativ – mit Schlagwörtern wie “Bildung”, “Arbeit”, oder “Leistbares Wohnen” um sich. Und gleich daneben hing ein Plakat, das “Nein”, “Geht nicht”, “Keine Chance” oder irgendetwas ähnlich Negatives sagte. Doch wer steckte dahinter?

Spekulationen gab es viele. Ich vermutete anfangs, die SPÖ selbst hätte diese Sujets veröffentlicht und würde das Ganze mit einem Knalleffekt auflösen. Viele meinten, es wäre die Kampagne eines politischen Gegners – und Gerüchten zufolge hätten die Plakate in der Löwelstraße auch Ärger hoch Drei ausgelöst …

“Die Anordnung der Plakate war reiner Zufall.”
Drei-Unternehmenssprecherin Petra Jakob

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Telekommunikationsanbieter Drei steckte dahinter. Und wirbt mit dem Slogan: “Es geht auch anders” für sich. Drei-Unternehmenssprecherin Petra Jakob ließ über die Medien ausrichten: “Die Anordnung der Plakate war reiner Zufall”. Aber wenn ich ehrlich bin, das glaube ich nicht; ich vermute, zumindest ein wenig Kalkül wird dahinter schon gesteckt haben. Schließlich: Die Plakate waren in aller Munde – und das nur, weil sie in der Kombination auffielen. Es war halt Pech, dass die SPÖ-Plakate perfekt darauf passten. Doch ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt …