WRITE SAID BOB – Der Blog

Neuigkeiten aus dem Bereich Text, Werbung und Web

28. September 2013
von Bob
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Gratis-Homepages können teuer werden

Viele Free-Hosting-Provider bieten Gratis-Homepages an. Dennoch sind Unternehmen gut beraten, auf diese auf den ersten Blick verlockende Angebote zu verzichten.

“Homepage gratis Erstellen”, “Homepage erstellen – kostenlos, ohne Anmeldung‎” oder “Kostenlose Homepage” – so oder so ähnlich werben viele Free-Hosting-Provider um Kunden. Auf den ersten Blick scheinen diese Aktionen sehr verlockend zu sein. Gratis ist doch gut; also warum sollte man eines dieser Angebote nicht annehmen?

Es gibt nichts geschenkt
Ganz einfach: Weil in Wirklichkeit niemand etwas zu verschenken hat, schon gar nicht Free-Hosting-Provider und Online-Werbefirmen auf dem hart umkämpften Internet-Markt. Und selbst wenn man im Moment auch nichts dafür zahlen muss … auf Dauer gesehen kann einem diese “Gratis”-Homepages ganz schon teuer kommen.
Denn wovon leben viele dieser Gratis-Homepage-Anbieter? Sicher nicht von einem Lotto-Sechser, sondern von Werbung. Als Werbetreibender ist ein Medium nur dann interesssant, wenn es viele Besucher hat … darum werden ja auch diese Gratis-Homepages angeboten.

Gratis-Homepage: Masse statt Klasse
Die Masse macht es aus – aber sicher nicht die Qualität. Der Nachteil bei vielen dieser Angebote liegt darin, dass diese Homepages eben nicht individuell gestaltet werden, auch wenn viele Free-Hosting-Provider versuchen, wortreich das Gegenteil zu erklären. Meistens kann man aus einem Pool von möglichen Homepage-Varianten, die oft ein wenig handgestrickt wirken, auswählen und mit Logo und eigenen Texten ergänzen. Eventuell darf man noch die Farben ändern.
Aber wirklich individuell ist das nicht – vor allem in der Programmierung. Da diese Seite alle Eventualitäten abdecken müssen (z.B. ob der Homepage-Betreiber ein Layout mit einer Spalte, zwei oder drei Spalte verwenden möchte) verbirgt sich im Hintergrund oft ein programmiertechnisches Wirrwarr. Darunter kannn die Suchmaschinenoptimierung und die Ladezeit leiden.

Oft treten Mängel auf
Hand in Hand können damit auch erhebliche Mängel auftreten – nicht nur im Sicherheitsbereich, sondern auch in der Performance der Homepage. Regelmäßige Abstürze gehören dann zum Tagesprogramm. Ein gutes Beispiel dafür sind Webseiten, die Flash-Elemente verwenden. Diese ermöglichen schöne Animationen … aber was nutzen diese, wenn sich viele Smartphones weigern, sie abzuspielen.

AGBs: Der Teufel steckt oft im Detail
Unverzichtbar ist auch, einen genauen Blick in die AGBs der diversen Gratis-Homepage-Provider zu werfen. Hier können nämlich manchmal ganz schön böse Überraschungen lauern. So kann es sein, dass man zustimmt, seine Fotos und seinen Inhalt in den Besitz des Providers zu übergeben. Und/oder man stimmt zu, dass der Provider jederzeit die Homepage löschen kann – ohne Vorwarnung und ohne trifftigen Grund.
Gleichzeitig gibt es oft auch kein Backup; dieses wird nur gegen Bezahlung angeboten. Entweder man zahlt oder geht das Risiko ein, die sorgsam gehegte und gepflegte Webseite verschwindet unter Umständen auf Nimmerwiedersehen in den Weiten des Cyberspace.

Nebenbei, auch das ist eine schon gesehene Variante: Gratis zur Verfügung gestellt wird nur eine kleine Basis-Variante einer Homepage. Alle Zusatzfunktionen wie Z.B. On-Page-Suchmaschinenoptimierungen gibt es dann nur gegen Bares.

Fazit: Gratis-Homepages höchsten für privaten Bereich
Gratis-Homepages eignen sich höchstens für den privaten Bereich. Als Unternehmen sollte man jedoch auf Nummer Siocher gehen und darauf verzichten. Denn oft bieten Gratis-Homepage-Provider nicht einmal die Möglichkeit an, eine eigene Domain zu betreiben. Das Fehlen einer eigenen Web-Adresse wird von vielen Usern unbewusst mit einem unprofessionellen Image verbunden. Dazu kommt, dass auch Fragen im Bereich Copyright und Sicherheit nicht geklärt sind. Dieses Risiko erachte ich für eine Unternehmens-Homepage zu groß.

23. September 2013
von Bob
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Headline knapp daneben

Knapp daneben ist auch vorbei! Wieso ich als Werbeverantwortlicher das Plakat für einen Kabelbetreiber so nicht veröffentlicht hätte.

Normalerweise halte ich mich bei Kritik an Kollegen dezent zurück. Jeder Kreative versteckt in seinem Portfolio die eine oder andere Kampagne, mit der er sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Das geht mir nicht anders. Ich mag jetzt auch nicht mit erhobenen Zeigefinger dastehen und auf Oberlehrer machen.

Das Plakat für einen Kabelbetreiber ist aufgrund der missverständlichen Headline misslungen. (c) privat

Was übrig bleibt, ist ein Kabelbetreiber, der eine langsame Interverbindung anbietet. Deshalb sollte man bei Headlines, die gegenteiligen Bilderwelten erzeugen, sehr vorsichtig sein.

Dennoch bin ich der Meinung, man hätte bei der Headline für dieses Plakat ein wenig länger überlegen sollen. Denn der Text hinterlässt einfach schlechte Stimmung für den Absender.

Das liegt daran, dass unser Gehirn in Bildern denkt. Und wir ihm nicht befehlen können, an etwas nicht zu denken. Dazu können wir ganz leicht einen Versuch starten:

Denken Sie jetzt nicht an einen weißen Elefanten!

Sie sehen, es ist unmöglich; das weiße Rüsseltier spukt jetzt in Ihrem Kopf herum.

Gegenteilige Bilderwelten sind verwirrend
Dieser Mechanismus ist seit jeher in unser Gehirn einprogrammiert. Wir tun uns schwer, gegenteilige Wort- und Bildwelten in unserem Gehirn zu einer Einheit zu verschmelzen. Unser Gehirn braucht Zeit, das zu verarbeiten.

Die renommierte amerikanische Zeitschrift „Psychology today“ kam in einer Untersuchung sogar zum Ergebnis, positive Formulierungen werden rund doppelt so schnell verstanden wie negative.

Dazu kommt: Meistens speichert unser Gehirn im Unterbewusstsein erst das Falsche ab. In unserem Fall: Der Kabelbetreiber XY? “Nie wieda!” Weil: “Bis des Intaned lod, bin ich glodn!”
Dabei wollte der Plakat-Absender eigentlich genau das Gegenteil vermittelen. Sehr schade.

Nicht missverstehen: Natürlich versteht der Konsument das Plakat. Wenn er sich Zeit nimmt und darüber nachdenkt. Und zusätzlich die Hürde überwindet, die im Dialekt geschriebene Headline in die gewohnte Schreibform zu übersetzen. Und dazu die schwer zu lesenden weil langen Wörter in den kleingeschriebenen Zusatzbotschaften …

Meiden Sie komplizierte Konstrukte
Die Lösung besteht darin, komplizierte Konstrukte einfach zu vermeiden. Sagen Sie direkt, was Sie meinen. Denken Sie nicht nicht an einen weißen Elefenten; denken Sie an einen blauen Hasen. Geben Sie Ihren (Werbe-)Botschaften keine Gelegenheit, den Menschen etwas anderes zu suggerieren als das, was sie sagen möchten.

17. September 2013
von Bob
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Augmented IKEA

Der neue IKEA-Katalog 2014 arbeitet mit Augmented Reality, um Möbel ins traute Heim zu projezieren.

Klären wir zunächst einmal den Begriff: Augmented Reality, also die “Erweiterte Realität”, bedeutet für uns Werbe-Fuzzys eine weitere Form der Werbung, die vor allem im Printbereich zum Einsatz kommt. Alles, was man dazu braucht, ist ein Handy, eine App und eine Prinzanzeige, die sozusagen Augmented Reality kann. Man scannt die Anzeige mit seinem Handy bzw. mit seiner App, ähnlich wie bei einem QR-Code, und schon passiert irgendetwas, z.B. wird ein Film abgespielt, ein Spiel gestartet oder eine zusätzliche Information geliefert.

Interaktive Kampagnen
Tolle Geschichte … wenn sie sinnvoll eingesetzt wird. Der Vorteil dieser Art von interaktiven Kampagne liegt darin, dass sich die Zielgruppe intensiv mit der Werbung auseinandersetzt. Viel mehr kann man sich als Werber nicht wünschen.

IKEA macht’s vor
Jetzt geht IKEA einen neuen innovativen Weg: Rund 90 Möbelstücke im neuen Katalog 2014 sind auch digital abrufbar. Mit der dazu veröffentliche App kann man diese frei in den Räumen seines trauten Heimes platzieren. Augmented Reality macht’s möglich – virtuell auf dem Bildschim seines Smartphones oder seines Tablets.


Ganz leicht kann so überprüft werden, ob IKEA-Tisch Dörte wirklich ins Kücheneck zur Designer-Vitrine passt. Die App errechnet blitzschnell den richtigen Betrachtungswinkel und das passende Größenverhältnis. In den meisten Fällen funktioniert das Ganze sehr gut; ab und zu gibt’s ein paar Aussetzer, über die man großzügig hinwegsehen sollte. Als zusätzliches Goody kann der potenztielle Käufer beim Objekt seiner Begierde noch die Farbe wechseln, einen Screenshot davon machen oder das gute Stück gleich unkompliziert online bestellen.

Augmented Reality steckt noch ein bisschen in den Kinderschuhen; aber als Werbeform eröffnet es ungeahnte Möglichkeiten, die man immer ein wenig im Hinterköpfen bewahrten sollte.

12. September 2013
von Bob
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Ganz schön responsiv?

Responsives Webdesign und attraktive Gestaltung müssen sich nicht widersprechen.

Responsives Webdesign

Responsives Webdesign bedeutet,
flexibel auf alle Endgeräte zu reagieren.

Schon heute gibt es im Web mehr Zugriffe über mobile Geräte (Smart-Phones, Tablets, etc.) als über klassische Computer. Das ist kein kurzfristiger Trend, sondern definitiv die Zukunft der Online-Kommunikation. Diese Tatsache zu ignorieren bedeutet in letzter Konsequenz, Besucher – und in den meisten Fällen heißt das potenzielle Kunden – zu verlieren.

Mobilität bedeutet Flexibilität
Immer mehr User steigen quasi von unterwegs ins Internet ein und holen sich ihre Infos über Produkte und Dienstleistungen auf ihr Mobilgerät. Darauf muss sich eine Homepage einstellen und geräteübergreifend flexibel reagieren können. Schließlich funktioniert ein klassischer Computer ein wenig anders als ein Handy oder ein Tablet. Um nur die zwei größten Unterschiede zu nennen: Die Bildschirme von Mobilgeräten sind wesentlich kleiner. Und es steht keine Maus zur Verfügung, um zu navigieren; da kommen die Finger zu Einsatz. Dementsprechend sollten nicht nur Buttons, sondern auch Eingabefelder, Texte, Bilder, Slider und Videos mitskalieren.

Problem Datenmenge
Das größte Problem stellt allerdings die Datenmenge dar. Wenn eine Homepage von einem Handy abgerufen wird, bedeutet das, dass alle Daten, HTML- und CSS-Code, Bilder, etc., in vollem Umfang heruntergeladen werden.
Jetzt ist man in den meisten Fällen unterwegs nicht mit einer besonders schnellen Verbindung ausgestattet und zumeist auch mit einer Download-Beschrängung versehen. Das kann dem Handy-Besitzer unter Umständen ganz erhebliche Kosten verursachen.

Fotos, um nur ein Beispiel zu nennen, sind für die großen Bildschirme der Desktop-Comupter optimiert. Bei einem responsiven Webdesign werden sie zwar automatisch auf eine Größe skaliert, die auch auf einen kleinen Handy-Bildschirm passt … aber die Datenmenge ändert sich nicht. Das Handy lädt in Wirklichkeit das große Foto herunter, würde aber tatsächlich nur ein kleineres Foto mit einer geringeren Datenmenge brauchen.

Problem Wartezeit
Dazu kommt, dass User mittlerweile erwarten, eine Homepage muss sich am Mobilgerät zumindest genau so schnell wie auf dem Desktop-Computer aufbauen. Für lange Wartezeiten herrscht null Toleranz; Geduld wurde in der Vergangenheit bereits bei Desktop-Computer klein geschrieben und ist auch bei Mobilgeräten Mangelware.

Verschiedene Lösungsansätze
Logische Konsequenz daraus: Viele Webdesigner entwickeln getrennte Homepages für mobile Endgeräte; sie kreieren also wortwörtlich zwei (oder mehrere) unterschiedliche Websiten. Die “Mobil-Version” ist mit kleineren Fotos und sehr oft mit weniger Inhalt ausgestattet.
Die Frage ist nur: Was vom Inhalt soll man streichen? In den meisten Fällen erzählt man ja auch auf der “Desktop-Version” keine Romane, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche. Hm. Schwierig. Und oft einfach nicht machbar.

Die unterschiedlichen Homepage-Varianten stellen unter Umständen durchaus eine denkbare Möglichkeit dar; sie ist aber sehr kosten- und zeitintensiv in der Betreuung. Denn natürlich müssen Änderungen oder Aktualisierungen auf jeder einzelnen Homepage durchgeführt werden.

Eine andere Folge: Das Design vieler Homepages wird “vereinfacht”; das heißt, Grafiken und Fotos werden auf das Allernotwendigste reduziert. Flexibilität geht auf Kosten einer attraktiven Gestaltung. Und tatsächlich bekommt man bei vielen aktuellen Homepages den Eindruck, sie haben mit dem Spruch “Keep it simpel” ein wenig übertrieben.

Attraktives Design für große und kleine Bildschirme
Die Herausforderung besteht darin, trotz der Einschränkungen, die die mobilen Geräte mit sich bringen, geräteübergreifend ein attraktives und gleichzeitig funktionelles Design zu kreieren. Ein goldener Mittelweg muss gefunden werden.

Responsives Webdesign ist nur ein Teil des Puzzles.
Responsives Webdesign ist als Gestaltungsmittel nicht mehr wegzudenken. Doch es stellt nur ein Teil des Puzzles dar. Vielleicht muss man als Unternehmen in Zukunft weiter denken als nur in “einer” Homepage. Und seine Kommunikationsstrategie auf vielen Kanäle verteilen. Unterschiedliche Inhalte können auch auf unterschiedliche Plattformen vermittelt werden; je nach Informationstiefe können zum Beispiel Corporate-Blogs oder Online-Magazine zum Einsatz kommen. Flexibiltät ist angesagt – im Design, aber auch in der inhaltlichen Gestaltung.

27. August 2013
von Bob
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APNG – das neue GIF

Das als Open Source entwickelte Format APNG soll in Zukunft animierte GIFs ablösen.

Seit mehr als 25 Jahren bringt es Bewegung ins Web: das GIF (Graphics Interchange Format).  Die kleinen animierten Bilder wurden z.B. gerne als Icons (wie E-Mails-Buttons) verwendet. Eine Zeitlang schienen sie verschwunden zu sein, jetzt feiern sie langsam wieder ihr Comeback.

Ihr Vorteil liegt darin, dass GIFs einfach zu designen waren. Der Nachteil: Es gibt keine variable Transparenz, sondern nur einen vordefinierten Farbton, der transparent gezeigt werden konnte. Allerdings durfte/konnte er dann kein zweites Mal vorkommen. Noch dazu bestand die verfügbare Palette aus 256 Farben.

Die Alternative stellte dazu das PNG (Portable Network Graphics) dar. Das Format erlaubte Alpha-Transparenz (also ohne den Verlust einer Farbe) und beinhaltete das volle Farbspektrum. Mozilla unternahm erfolgreich den Versuch, PNGs zu animieren. So richtig konnte sich das Format allerdings im WWW nicht durchsetzen.

Tool “apngasm” soll animierte PNGs erlauben

Jetzt will ein Open-Source-Projekt unter der Leitung der Entwickler Max Stepin und Rei Kagetsuki dazu beitragen, die Weiterentwicklung APNG als Standard zu etablieren. Die beiden Programmierer entwickelten dazu den “APNG Assembler”, auf den wiederum das Tool “apngasm” basiert und das auf Debian, Ubuntu, Mac OS und Windows die einfache Erstellung von animierten PNGs ermöglicht.

Zur weitere Finanzierung der Entwicklung stellten Stepin und Kagetsuki ihr Projekt auf Kickstarter. Bisher wurden schon 5.000 Dollar lukriert, bis September sollen es 12.500 Dollar werden. Das Ziel heißt dann, ein Plugin für Photoshop und seinem Open-Source-Pendant Gimp zu entwickeln.

22. August 2013
von Bob
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Verkehrte Welt

Wikileaks-Informant Bradley Manning wird zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Leben wir nicht in einer verkehrten Welt? Da begehen einige US-Soldaten Kriegsverbrechen. Am 12. Juli 2007 töten sie bei einem Hubschraubereinsatz in Bagdad 13 Iraker und einen Fotografen der Nachrichtenagentur Reuters, dessen Kamera sie angeblich für eine Waffe gehalten hatten. Dieser Angriff wurde auf Video festgehalten und zeigte, dass die Soldaten offensichtlich ihren Spaß dabei hatten.

United States Army photograph of Bradley Manning

United States Army photograph of Bradley Manning

Der damalige Private First Class Bradley Manning arbeitete zu diesem Zeitpunkt bei den Streitkräften als Nachrichtenanalyst. Er sah das Video und war über die “Lust am Töten” der GIs schockiert. In der Folge recherchierte er in den Geheimakten der Streitkräfte und fand Belege für mehr als 300 Fälle von Folter durch amerikanischen Einheiten im Irak. Manning informierte seine Vorgesetzten, doch die wollten das Ganze nur unter den Teppich kehren. Sie unternahmen gar nichts.

In seiner Verzweiflung nutzte Mannings das letzte freie Medium aus, das Internet. Er spielte diese vertraulichen Dokumente der Enthüllungsplattform Wikileaks zu, die auch viele Fälle an die Öffentlichkeit brachten. Am 26. Mai 2010 wurde Mannings verhaftet und in ein Gefängnis auf der Marine Corps Base Quantico in verschärfte Isolationshaft gesteckt. Das Ziel war ganz eindeutig, Mannings psychisch und physisch zu brechen.

Dieser Tage wurde “Whistleblower” Mannings in einem Militärgerichtverfahren wegen Landesverrat zu 35 Jahren Haft verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ursprünglich die Todesstrafe und letztendlich “nur” 60 Jahre Gefängnis gefordert. Wenn Mannings Glück hat, kann er unter Umständen in ungefähr neun Jahren wegen guter Führung entlassen werden.

In den angezeigten 300 Folterfällen wurde meines Wissens nach von der amerikanischen Regierung nichts unternommen. Bestraft wurde bisher als einziger derjenige, der solche Fälle verhindern wollte, indem er sie an die Öffentlichkeit brachte.

“Whistleblower sind die wertvollste Quelle für Informationen über Regierungsfehlverhalten.”
Us-Präsident Barack Obama

Vor seiner Wahl nannte US-Präsident Barack Obama sog. Whistleblower die „wertvollste Quelle für Informationen über Regierungsfehlverhalten”. Er versprach, die Transparenz des Regierungshandelns zu steigern. Mittlerweile übertrifft seine Geheimhaltungspraxis (und auch seine Bespitzelungspraxis) deutlich die der Bush-Regierung.

Leben wir nicht in einer verkehrten Welt?

19. August 2013
von Bob
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Ärger hoch Drei

Keine Partei, sondern Drei steckt hinter der “negativen” Wahlwerbung.

Eine Plakatkombination, die sich zufällig gut getroffen hat.

Eine Plakatkombination, die sich zufällig gut getroffen hat.

Wer hat sich nicht gewundert und/oder den einen oder anderen Schmunzler losgelassen: Da warf Bundeskanzler Faymann – wortwörtlich plakativ – mit Schlagwörtern wie “Bildung”, “Arbeit”, oder “Leistbares Wohnen” um sich. Und gleich daneben hing ein Plakat, das “Nein”, “Geht nicht”, “Keine Chance” oder irgendetwas ähnlich Negatives sagte. Doch wer steckte dahinter?

Spekulationen gab es viele. Ich vermutete anfangs, die SPÖ selbst hätte diese Sujets veröffentlicht und würde das Ganze mit einem Knalleffekt auflösen. Viele meinten, es wäre die Kampagne eines politischen Gegners – und Gerüchten zufolge hätten die Plakate in der Löwelstraße auch Ärger hoch Drei ausgelöst …

“Die Anordnung der Plakate war reiner Zufall.”
Drei-Unternehmenssprecherin Petra Jakob

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Telekommunikationsanbieter Drei steckte dahinter. Und wirbt mit dem Slogan: “Es geht auch anders” für sich. Drei-Unternehmenssprecherin Petra Jakob ließ über die Medien ausrichten: “Die Anordnung der Plakate war reiner Zufall”. Aber wenn ich ehrlich bin, das glaube ich nicht; ich vermute, zumindest ein wenig Kalkül wird dahinter schon gesteckt haben. Schließlich: Die Plakate waren in aller Munde – und das nur, weil sie in der Kombination auffielen. Es war halt Pech, dass die SPÖ-Plakate perfekt darauf passten. Doch ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt …

15. August 2013
von Bob
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Google Maps macht jetzt Werbung

Das Update für Smartphones und Tablets zeigt bei der Suchfunktion unter Umständen Werbung an.

Salahuddin Choudhary, Product Manager für Google Maps, veröffentlichte im Google Inside AdWords-Blog, dass der Internetkonzert auf Google Maps bei Smartphones und Tablets lokale Werbung anzeigt. Sucht der User in einer bestimmten Gegend irgendetwas, wird ihm am unteren Bildschirmrand Werbung angezeigt.

Diese digitale Werbeanzeige beinhaltet eine Headline und einige Info-Zeilen, wie man es bisher schon von Google AdWords gewohnt war. Zusätzlich wird auch ein Link gezeigt, mit dem man sich die Route zum beworbenen Standort berechnen lassen kann. Per Klick, oder besser gesagt, per Fingertippen kann man sich dazu zusätzliche Informationen zum beworbenen Angebot einholen. Abgerechnet wird, ebenfalls nach dem System AdWords, per jeweils erfolgten Klick.

“AdWords will only charge for up to two paid clicks per ad impression.”
Salahuddin Choudhary

Google Maps wird von Millionen Usern weltweit genutzt – diese riesige Reichweite nutzt der Internetkonzern aus Kalifornien, um mit diesen neuen Angebot eine weitere Geldmaschine zu installieren.

16. Juni 2013
von Bob
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Freiheit für Edward Snowden

Edward Snowden/Wikipeadia. Screenshot of a film by Praxis Films. The following permission and license are based on an email from Laura Poitras at Praxis Films, who is the filmmaker.Der Fall Edward Snowden zeigt, wie zerbrechlich unsere demokratischen Werte sind.

Stellen Sie sich vor, Sie schreiben einen Brief, und dieser würde von der Post nicht an den Empfänger, sondern zuerst an die nächste Polizeidienststelle weitergeleitet. Der Beamte öffnet das Kuvert, liest Ihren Brief, macht sich ein paar Notizen und legt einen Akt darüber an. Dann, und erst dann, wird Ihr Brief an den Adressaten weitergeleitet.

Sie denken, kein Problem … Schließlich haben Sie nichts zu verbergen. Dennoch wurde in Ihrem Privatbereich herumgeschnüffelt. Dennoch wissen jetzt wildfremde Menschen über Ihre Angelegenheiten Bescheid. Und was, wenn es doch etwas gäbe, das nicht für andere Ohren bestimmt wäre … Ein wenig peinlich vielleicht, doch harmlos, aber eben doch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Käme ein Nachbar bei der Tür herein und stöberte in Ihrem Schreibtisch herum, Sie würden sich das verbieten und den aufdringlichen Kerl aus der Wohnung werfen.

CIA, NSA & Co. stöbern in fremden Sachen herum

Edward Snowden legte offen, dass die amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA genau das machen: Sie stöbern in fremden Sachen herum – und das weltweit. Sie und ihre englischen, deutschen und, ja, ja, auch österreichischen Verbündete öffnen Ihre Briefe und lesen sie. Denn nichts anderes sind Ihre E-Mails: Briefe, die Sie statt mit der Post eben per Computer verschicken.

Das Argument der Geheimdienste klingt im ersten Moment stichhaltig: Man wolle damit nur Terroristen bekämpfen und Anschläge verhindern. Es geschehe alles nur zu unserem Schutz; und ein sicheres Leben müsse schon der Verlust von ein paar Grundrechten wert sein. Aber wo fängt das an? Und vor allem, wo hört die Verletzung unserer Grundrechte auf? Bedeutet Demokratie nicht die Freiheit des Volkes? Unsere E-Mails werden gelesen, unsere Telefongespräche werden abgehört, Kameras überwachen jeden unserer Schritte, unsere Fingerabdrücke werden angenommen und gespeichert … Kann es wirklich Sinn der Sache sein, dass wir wie Verbrecher behandelt werden, damit eventuell unter Umständen vielleicht irgendein Verbrechen verhindert wird? Wann ist es so weit, dass wir vom Big Brother und seiner Gedankenpolizei wegen einer falschen Ansicht verhaftet werden.

Demokratie bedeutet ein Leben in Freiheit – mit allen Vor- und Nachteilen. Leben ist und war schon immer lebensgefährlich.

In § 118, Absatz 1 des Österreichischen Strafgesetzbuches steht: “Wer einen nicht zu seiner Kenntnisnahme bestimmten verschlossenen Brief oder ein anderes solches Schriftstück öffnet, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu bestrafen.”

Ich denke, so oder so ähnlich ist auch in anderen demokratischen Staaten das Briefgeheimnis in den jeweiligen Verfassungen verankert. Das Briefgeheimnis ist ein Grundrecht. Letztendlich sind CIA, NSA & Co. nichts anderes als Gauner. Sie gehören hinter Gitter, nicht Edward Snowden.

12. Mai 2013
von Bob
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Big Brother is watching you

imagesOder: Warum wir alle bald ein großer Bruder sein werden.

Es dauert nicht mehr lange, und Googles Glass wird auch in Österreich käuflich erhältlich sein. “Glass”, der Name sagt es eigentlich schon: Man setzt sich diese Brille auf die Nase … nur ist sie eben keine “einfache” Brille, sondern ein kleiner Computer samt Foto- und Videokamera und Navigation.

Und da wohnen zwei Seelen in meiner Brust. Einerseits bin ich ein kleiner Technikfreak. Die  Vorstellung, ein Navi sozusagen jederzeit wortwörtlich vor Augen zu haben, ist für jemanden wie mich, der sich sogar auf dem Weg vom Wohnzimmer zum Klo verirrt, sehr angenehm. Fotos, Videos, sogar die Möglichkeit, schnell während eines Gesprächs einen Begriff zu googlen (und sich nicht als Banause zu outen) … und das mehr oder weniger per Augenblinzeln – ich finde das toll. Theoretisch.

Auf der anderen Seite ist Google Glass der feuchte Traum eines jeden Überwachungsstaatbefürwörters. Kein Gespräch mehr, das nicht aufgezeichnet werden kann. Kein Gesicht, das nicht per Gesichtserkennungssoftware erkennungsdienstlich behandelt wird. Jeder von uns wird von einer Vielzahl von Big Brothers umgeben sein … und selbst vermutlich zum großen Bruder werden. Die augenblicklich vieldiskutierte Privatssphäre – sie wird es mit Google Glass einfach nicht mehr geben. Außer wir verbieten sie. Aber dürfen wir das überhaupt? Mit welcher (juristischen) Begründung? Und die andere Frage lautet: Wollen wir das überhaupt? In den USA haben die ersten Geschäfte schon ein Glass-Verbot ausgesprochen …

Mein Vorschlag wäre, das Ganze als eine Art “Raucherszenario” zu sehen: Es gibt Raucher- und Nichtraucherzonen. Und im Normalfall fragt man sein Gegenüber, ob es störe, wenn man sich eine Zigarette anzünde. So oder so ähnlich sollte man sich auch verhalten, wenn man mit Google Glass unterwegs ist. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich jemand hinsetzt und eine “Glassikette” formuliert.

Aber tatsächlich fürchte ich, wird es sich so wie bei den Rauchern verhalten: Ein paar werden halt einfach keine Rücksicht auf die anderen nehmen. Sehr schade.